Hier finden Sie unser Rezept einer Wohngemeinschaft für Menschen die sich in einem veränderten Lebensprozess befinden und weiterhin mit diesen
Veränderungen nach ihren Möglichkeiten selbstbestimmt zu Hause leben wollen.
- Man benötigt Wohnraum Größe ca. 300 – 400qm am besten in einer Fläche zusammenhängend, aufgeteilt in 8 Einzelzimmern Größe ca. 14-20qm - 2 Badezimmer, 1 Gäste-WC, Wohnzimmer mit angeschlossener Küche, Größe ca. 60-70qm, 1 Terrasse mit Garten oder einem Balkon, Waschraum, Keller und Abstellraum. Die Lage bzw. Standort der Wohnung sollte sich in einem normalen Wohnumfeld mit guter Infrastruktur befinden.
- Die Pflegewissenschaft empfiehlt, dass in einer solchen Wohnform nicht mehr als 8 Menschen mit demenziellen Veränderungen zusammenleben sollten, daher 8 Einzelzimmer.
- Man benötigt einen Vermieter dieser Wohnung, der mit den 8 Mietern jeweils einzelne Mietverträge abschließt. Dieser Vermieter darf nicht mit den zukünftigen Pflegedienstleistungsanbietern verbunden sein.
- Jeder einzelne Mieter bringt auf Grund des beschränkten Platzangebotes, seine entsprechenden Lieblingsgegenstände mit in die WG und plaziert sie dort, wo er Platz findet.
- Die Angehörigen/ Betreuer dieser 8 demenziell veränderten Menschen geben sich eine Hausordnung, in der geregelt ist, wie die Gemeinschaft mit den lebensnotwendigen, organisatorischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten umgeht. Die dafür erforderlichen Maßnahmen werden in regelmäßigen Mieterversammlungen schriftlich protokolliert und entsprechend umgesetzt.
- Ein Team von mehreren Akteuren die sich den in der WG lebenden Menschen anpassen, muss vor Bezug der WG zusammengesucht werden und 24h rund um die Uhr zu Verfügung stehen. Dabei müssen die Dienstleistungsvergaben für jeden einzelnen Mieter mit jedem einzelnen Anbieter verhandelt und vertraglich vereinbart werden. Wichtig hierbei ist es, dass die vereinbarten Verträge und Leistungen jederzeit von allen Beteiligten mit einer gesetzlichen Frist zu lösen sind.
- Da die Begleitung und Betreuung demenziell Veränderter eine Aufgabe ist, die nicht nur kompetente und anpassungsfähige Eigenschaften voraussetzt, sondern auch zeitintensiv ist, sollte das Pflege- und Betreuungsteam, das den überwiegenden Teil des Tages- und Nachtrhythmus eines demenziell veränderten Menschen begleitet, gut auf diese Bedürfnisse abgestimmt sein. Die Größe eines solchen Teams sollte sich zwischen 10 und 12 Personen bewegen und aus verschiedenen Berufsbildern zusammensetzen.
- Die Lebensbegleiter demenziell veränderter müssen unserer Meinung nach über genügend Kenntnisse verfügen. Diese werden vermittelt von Fachleuten, die auf dem neusten Stand von pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen sind. Nach der Vermittlung dieser Erkenntnisse werden dann regelmäßige Weiterschulungen nötig.
- Auch die Angehörigen/Betreuer sollten nach unserer Meinung Angebote von Informationsveranstaltungen wahrnehmen, die sich mit diesen Veränderungsprozessen ihrer Betroffenen beschäftigen. Wir vermitteln bzw. bieten solche Veranstaltungen an.
- Eine unabhängige Instanz sollte die Möglichkeit bekommen, wenn von den Akteuren gewünscht, dieser WG als Ombudsstelle zur Seite zu stehen. Vorschlag unsererseits wäre geeignet, eine solche Funktion einzunehmen (die Deutsche Alzheimergesellschaft oder die Kommune) In unserem Fall übernimmt diese Funktion die hiesige Kommune.
Die Iniizierung einer professionell gelebten Großfamilie dieser Alternativen
Wohnform, mit der individuellen Lebenskultur der Beteiligten, erfordert
Fingerspitzengefühl der besonderen Art, wie im richtigen Leben. Wenn all
diese erforderlichen Faktoren und Gegebenheiten zusammenspielen, empfindet selbst ein aussenstehnder Betrachter eine Lebensqualität, die der Normalität sehr nahe kommt.